Handlungsbereich Gemeinde Grafschaft

(Anstehende) Maßnahmen in der Gemeinde Grafschaft zum Starkregen bzw. Hochwasserschutz
Die Gemeinde Grafschaft ist sich dessen bewusst, dass nur jemand, der ein Problembewusstsein hat, auch in der Lage ist die richtigen Fragen zu stellen und aus den richtigen Antworten die richtigen Entscheidungen abzuleiten.

Daher befasst sich die Gemeinde Grafschaft in Kooperation mit Bund, Land, Kreis, Ingenieurbüros und anderen Konzeptgebern mit der Aufarbeitung der vergangenen Starkregenereignisse und der Erarbeitung eines flächendeckenden und gebietsübergreifenden Hochwasserschutzkonzeptes zur Vorsorge vor neuen Starkregenereignissen.

Hochwasser-Risikomanagement-Kreislauf (Lawa 2010)

Durch ein Vorgehen nach dem Hochwasser-Risikomanagement-Kreislauf nach Lawa werden in dem Hochwasserschutzkonzept alle notwendigen Vorsorgemaßnahmen abgedeckt und gleichzeitig interne Konzepte zur Bewältigung und Regeneration nach Starkregenereignissen erarbeitet.

Dies wird aufgrund der Größe der Gemeinde Grafschaft, den notwendigen Absprachen mit Nachbarkommunen, der Einbindung der Bevölkerung und einer großen Anzahl an besonderen Gegebenheiten (z.B. die tonhaltigen Böden und das Relief) viel Zeit in Anspruch nehmen und aufgrund der Komplexität von Starkregen auch nie alle Problemstellen und deren Schäden abdecken können.
Dennoch gibt es konkrete Pläne zur Umsetzung von Starkregen- und Hochwasserschutzvorsorge-Maßnahmen und Handlungsbereiche:

Optimierung der Kooperation von Feuerwehr und Gemeinde

  • Regelmäßige gemeinsame Übungen und Durchführung von Schulungen.
  • Anschaffen von Schlammpumpen, sollten noch nicht alle Einheiten ausreichend ausgestattet sein.
  • Anschaffen von Funkgeräten, damit die Verbindung zwischen der Feuerwehreinsatzleitung und den Verantwortlichen der Gemeinde Grafschaft auch bei Ausfall der Handynetze gewährleistet ist.

Handlungsbereich Natürlicher Wasserrückhalt
Alle fordern den Erhalt natürlicher Rückhalteflächen, denn keiner will bei sich Überschwemmung. Dabei sind erhaltene Rückhalteflächen nichts anderes als Überschwemmung, nur eben bei einem anderen „vor der Haustür“.

Es fordert daher ein hohes Maß an Solidarität entlang eines Gewässers, einen gerechten Ausgleich zwischen dem Anspruch gegenüber dem Oberlieger, auch weiterhin Überflutungen zuzulassen, und dem eigenen Anspruch, so viele Flächen wie möglich und solange wie möglich vor Überflutung zu bewahren, zu finden.

  • Renaturierung von Gewässern (z.B. Rückführung des Leimersdorfer Baches außerhalb der Ortslage Nierendorf in das alte Auengebiet. -> siehe Maßnahmen Nierendorf)
  • Rückhaltung von Niederschlag auf der Fläche (leider durch die aus Tonerde bestehenden Böden in der Grafschaft nicht möglich, da tonerdehaltige Böden kaum Wasser speichern können, sondern das Wasser direkt oberflächlich abfließt!)

Gewässerunterhaltung

  • Regelmäßiges Entfernen der Ablagerungen unter den Brücken und in den Durchlässen
  • Regelmäßige Säuberung der Bachprofile
  • Entfernen eingestürzter Ufermauern und abflussbehindernder privater Einbauten

Hochwasserrückhaltebecken

  • HRB Birresdorf-Leimersdorf an der L79
  • Kleiner Damm am Grundstück „Dresen“ im Bartholomäusweg in Leimersdorf
  • HRB oder RRB Niederich
  • Verbesserung und Aufrüstung des HRB Bengen
  • Verbesserung und Aufrüstung des HRB Nierendorf

Totholzmanagement

Vermeidung bzw. Fernhalten von Totholz aus den Gewässern direkt oberhalb bzw. im Bereich der Bebauung (z.B. Baumstämme, Astwerk, abgerissene Zweige etc.)

  • Idee: Unterstützung der Kommune durch „Gewässerpaten“ zum Auffinden bzw. Beseitigen des Totholzes und anderen Treibguts.

Im Bereich der freien Fläche zwischen den Ortschaften darf sich gerne Totholz ansammeln und im Hochwasserfall verklausen. Denn jeder Liter Wasser, der auf freier Flur zurück gehalten wird, verringert die Probleme in bebauten Gebieten!
Zusätzlich ist das Totholz im Außengelände ein wichtiger Beitrag zum Ökosystem am Bach und ist somit wichtig für die angesiedelten Pflanzen und Tiere.