{"id":723,"date":"2019-09-10T09:38:36","date_gmt":"2019-09-10T07:38:36","guid":{"rendered":"http:\/\/hochwasser-grafschaft.de\/?page_id=723"},"modified":"2023-09-05T12:53:17","modified_gmt":"2023-09-05T10:53:17","slug":"renaturierungsprojekte-der-gemeinde-grafschaft","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/hochwasser-grafschaft.de\/?page_id=723","title":{"rendered":"Renaturierungen"},"content":{"rendered":"\n<p>Was ist Gew\u00e4sserentwicklung?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gew\u00e4sserentwicklung ist eine fach\u00fcbergreifende wasserwirtschaftliche Querschnittsaufgabe. Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zum wasserrechtlich definierten Bewirtschaftungsziel des guten \u00f6kologischen Gew\u00e4sserzustands. Die naturnahe Gew\u00e4sserentwicklung leistet dabei einen Beitrag zur Vielfalt, Eigenart und Sch\u00f6nheit der Landschaft und damit auch zu deren Erholungsfunktion f\u00fcr den Menschen. Die Vermeidung und Verminderung von Hochwasserrisiken ist zudem integrativer Bestandteil einer nachhaltigen<br>Gew\u00e4sserentwicklung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ma\u00dfnahmen am Gew\u00e4sser\/ Gew\u00e4sserrenaturierung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gew\u00e4sserbezogene Ma\u00dfnahmen zielen auf einen gleichm\u00e4\u00dfigen Wasserabfluss und die F\u00f6rderung der Wasserbildung ab. Dabei wird die Flie\u00dfstrecke des Gew\u00e4ssers verl\u00e4ngert, w\u00e4hrend der Abfluss durch eine erh\u00f6hte Profilrauheit verlangsamt wird \u2013 renaturierte Auen und Feuchtbiotope dienen dabei als R\u00fcckhaltefl\u00e4chen bei Ufer\u00fcbertritten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Abflussgeschwindigkeit l\u00e4sst sich reduzieren, in dem man Bachbett und Ufer der nat\u00fcrlichen Sukzession \u00fcberl\u00e4sst. So bilden sich krautige Pflanzen aus, die die Profilrauheit erh\u00f6hen und den Wasserfluss bremsen. Daf\u00fcr sollten insbesondere bei schmalen B\u00e4chen das Bachprofil verbreitert werden, so dass die Wassertiefe m\u00f6glichst gering bleibt, bei gleichzeitigem m\u00f6glichst breitem Abfluss. Auch Abflussmulden in Ackerlagen bieten sich hierf\u00fcr an. Uferbepflanzungen sollten daher nicht \u00fcber alle Ma\u00dfe hinaus kurzgeschnitten werden. Es ist wichtig die Durchg\u00e4ngigkeit des Gew\u00e4ssers sicherzustellen, daher m\u00fcssen die Uferbepflanzungen dahingehend gepflegt werden, dass der Wasserfluss nicht blockiert wird. Ein \u201eaufger\u00e4umtes\u201c Ufer allerdings ist jedoch alles andere als naturnah und sorgt nur f\u00fcr einen ungebremsten Wasserabfluss. Auch werden so Stoffeintr\u00e4ge z.B. von angrenzenden Feldern nicht mehr gefiltert und es gelangen mehr Sedimente <br>in das Gew\u00e4sser.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone wp-image-1076 size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"357\" src=\"http:\/\/hochwasser-grafschaft.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Heutiger-Verlauf-Swistbach-zwischen-Kalenborn-und-Esch-1024x357.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1076\" srcset=\"https:\/\/hochwasser-grafschaft.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Heutiger-Verlauf-Swistbach-zwischen-Kalenborn-und-Esch-1024x357.png 1024w, https:\/\/hochwasser-grafschaft.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Heutiger-Verlauf-Swistbach-zwischen-Kalenborn-und-Esch-300x105.png 300w, https:\/\/hochwasser-grafschaft.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Heutiger-Verlauf-Swistbach-zwischen-Kalenborn-und-Esch-768x268.png 768w, https:\/\/hochwasser-grafschaft.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Heutiger-Verlauf-Swistbach-zwischen-Kalenborn-und-Esch.png 1162w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Heutiger Verlauf des Swistbach zwischen Kalenborn und Esch<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Eine Verl\u00e4ngerung der Flie\u00dfstrecke wird durch Renaturierung der Gew\u00e4sserl\u00e4ufe erreicht. Die meisten B\u00e4che in Deutschland befinden sich nicht in ihrem nat\u00fcrlichen Zustand, sondern wurden begradigt, umgelenkt oder verschm\u00e4lert. Auch in der Gemeinde Grafschaft wurden Gew\u00e4sser begradigt, wie zum Beispiel der Swistbach zwischen Kalenborn und Grafschaft-Esch. Die \u201eTranchot-Karten\u201c aus diesem Gebiet zeigen hier im Vergleich die urspr\u00fcngliche, m\u00e4andrierende Form des Swistbaches. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend beispielsweise ein begradigter Fluss in etwas so lang ist wie sein Tal, ist ein naturbelassener Fluss 2 bis 2,5-mal so lang wie sein Tal. Dies verringert die Abflussgeschwindigkeit und gibt dem Gew\u00e4sser gleichzeitig mehr Raum um sich auszudehnen bei extremen Niederschl\u00e4gen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone wp-image-1077 size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"384\" src=\"http:\/\/hochwasser-grafschaft.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Verlauf-Tranchot-Swistbach-zwischen-Kalenborn-und-Esch-1024x384.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1077\" srcset=\"https:\/\/hochwasser-grafschaft.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Verlauf-Tranchot-Swistbach-zwischen-Kalenborn-und-Esch-1024x384.png 1024w, https:\/\/hochwasser-grafschaft.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Verlauf-Tranchot-Swistbach-zwischen-Kalenborn-und-Esch-300x113.png 300w, https:\/\/hochwasser-grafschaft.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Verlauf-Tranchot-Swistbach-zwischen-Kalenborn-und-Esch-768x288.png 768w, https:\/\/hochwasser-grafschaft.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Verlauf-Tranchot-Swistbach-zwischen-Kalenborn-und-Esch.png 1143w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Verlauf des Swistbach zwischen Kalenborn und Esch aus der Topographische Aufnahme der Rheinlande (auch Tranchotkarte genannt), zwischen 1803 und 1820<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Bei der Renaturierung von Gew\u00e4ssern k\u00f6nnen auch ehemalige oder entw\u00e4sserte Auen wieder renaturiert werden, die es auf der Grafschaft an vielen Gew\u00e4sserabschnitten gab (siehe die blau gef\u00e4rbten Bereiche in den Tranchot-Karten. Dabei wird das Gew\u00e4sser derart renaturiert, dass m\u00f6glichst eine ganzj\u00e4hrige Durchg\u00e4ngigkeit gegeben ist und bei Hochwasser ein \u00dcbertreten des Wassers in die angrenzenden Auengebiete erm\u00f6glicht wird. Dazu m\u00fcssen auch bestehende Entw\u00e4sserungssysteme in den Auen entfernt werden, sodass entlang des Gew\u00e4ssers eine breite Feuchtzone entstehen kann. Dies bietet erweiterte Retentionsr\u00e4ume und kann in der Summe zu einer deutlichen Abflachung der Hochwasserspitzen f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings muss dabei auch beachtet werden, dass ufernahe Bereiche nach einer solchen Renaturierung nicht mehr f\u00fcr die bisherige landwirtschaftliche Nutzung geeignet sind, da die Auengebiete zeitweise \u00fcberflutet werden. Daher empfiehlt sich auch, dass sich die betroffenen Grundst\u00fccke in \u00f6ffentlicher Hand befinden oder nur extensiv als Feuchtwiesen genutzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gemeinde Grafschaft kauft zu solchen Zwecken Uferrandstreifen an. Oft scheitern die Grundst\u00fccksverhandlungen aber auch an den deutlich h\u00f6her liegenden Preisvorstellungen als den Bodenrichtwerten. Daher werden Renaturierungsprojekte auch, nach Aufsetzen von langfristigen Vereinbarungen, auf Privatgrundst\u00fccken durchgef\u00fchrt. Beide Varianten sind f\u00f6rderf\u00e4hig. In den Gew\u00e4sserentwicklungspl\u00e4nen, die in den n\u00e4chsten Jahren angesto\u00dfen werden m\u00fcssen, um weiterhin F\u00f6rderungen f\u00fcr Gew\u00e4sserbau zu erhalten, sollen solche Gew\u00e4sserentwicklungsfl\u00e4chen ausgewiesen werden. Auch bei der \u00c4nderung von Fl\u00e4chennutzungspl\u00e4nen und Bebauungspl\u00e4nen sollen Entwicklungskorridore Ber\u00fccksichtigung finden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Renaturierungsprojekte der Gemeinde Grafschaft<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#0041a3\"><strong>Erl\u00e4uterungen\nzur Verlegung des Leimersdorfer Baches in den nat\u00fcrlichen Bereich der\nehemaligen Bachaue und Renaturierung der Bachaue zwischen Grafschaft-Nierendorf\nund der Stra\u00dfenkreuzung \u201eDeutsches Eck\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Projektbeteiligte:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Gemeinde Grafschaft (federf\u00fchrend f\u00fcr die Auenrenaturierung)&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/li>\n\n\n\n<li>Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/li>\n\n\n\n<li>Landesbetrieb Mobilit\u00e4t Cochem-Koblenz&nbsp;(federf\u00fchrend f\u00fcr den Ausbau der Landstra\u00dfe 80 (L80); Parallele eigenst\u00e4ndige Ma\u00dfnahme)<\/li>\n\n\n\n<li>Kreisverwaltung Ahrweiler (Genehmigungsbeh\u00f6rde Plangenehmigungsverfahren)<\/li>\n\n\n\n<li>Struktur- und Dienstleistungsdirektion Nord (wasserwirtschaftliche Begleitung und Beratung)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/hochwasser-grafschaft.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/IMG_2105-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1056\" srcset=\"https:\/\/hochwasser-grafschaft.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/IMG_2105.jpeg 768w, https:\/\/hochwasser-grafschaft.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/IMG_2105-225x300.jpeg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Informationspavillon Auelsgarten Nierendorf<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Insgesamt ist vorgesehen, die geplante Ma\u00dfnahme als\nGemeinschaftsma\u00dfnahme der Kommunen, der Wasserwirtschaftsverwaltung sowie der\nStra\u00dfenbauverwaltung in Zusammenarbeit und Abstimmung mit den\nNaturschutzbeh\u00f6rden und Naturschutzverb\u00e4nden zu planen und durchzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Veranlassung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am 04.06.2016 ereignete sich im Bereich der Ortslagen\nLeimersdorf-Birresdorf-Nierendorf ein Starkregenereignis, welches zum \u00dcberlaufen\ndes Hochwasserr\u00fcckhaltebeckens oberhalb der Ortslage Nierendorf und in der\nFolge zu einem Hochwasserereignis in den Ortslagen Nierendorf auf dem Gebiet\nder Gemeinde Grafschaft sowie den Stadtteilen Gimmigen und Heppingen auf dem\nGebiet der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Renaturierung des Leimersdorfer Baches ist nicht nur f\u00fcr\ndie Umsetzung von Hochwasserschutzma\u00dfnahmen nach den Starkregenereignissen 2016\nin Verbindung mit den Ereignissen aus 2013 und 2010, sondern auch zur Umsetzung\nder Wasserrahmenrichtlinie (WRRL-EG) notwendig.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Bereich der Ortslage Nierendorf wurden seitdem erhebliche Aufwendungen\nzur Profilerweiterung und Renaturierung der Uferrandzonen betrieben. Weiterhin\nmusste das Gerinne der Notentlastung des Hochwasserr\u00fcckhaltebeckens Nierendorf\numgebaut und erneuert werden und Profilierungen im Bereich der vorhandenen\nlandwirtschaftlichen Wege zur Schaffung von Notwasserwegen durchgef\u00fchrt werden.\nInnerhalb der Ortslage Nierendorf sind die Querschnittserweiterungen und der\nAusbau der Br\u00fcckenstra\u00dfe als Notwasserweg zur Reduzierung von \u00dcberschwemmungen\nabgeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Bereich der Ortslage \u201eNiedernierendorf\u201c waren bisher keine\nsinnvollen Ma\u00dfnahmen m\u00f6glich. Hier ist es erforderlich, den derzeitigen\nBachlauf durch langsame, gezielte R\u00fcckf\u00fchrung in den Bereich der Bachaue zu\nf\u00fchren. Im Zuge einer solchen Ma\u00dfnahme ist es m\u00f6glich, durch gezielte\nAbgrabungen den ehemals vorhandenen Bereich der Bachaue wiederherzustellen und\ndar\u00fcber hinaus ein weiteres Retentionsvolumen von ca. 44.000\u00b3einzurichten,\nwelches die Dynamik des Baches, gerade in Hochwasserphasen, enorm verringert.\nDie Pl\u00e4ne hierzu beruhen auf einer Tranchot-Karte, welche das Gebiet der alten\nBachaue des Nierendorfer Baches gut darstellt. <\/p>\n\n\n\n<p>Seit l\u00e4ngerer Zeit wird durch den Landesbetriebs Mobilit\u00e4t\nRheinland-Pfalz im betreffenden Bereich der Ausbau der L80, von der Ortslage\nNierendorf bis zum Deutschen Eck, geplant. Durch die Nutzung des Aushubs aus\ndem geplanten Auengebiet als Dammsch\u00fcttung k\u00f6nnen Synergien genutzt und\nnachhaltig und umweltschonender gebaut werden. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Planung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"586\" data-id=\"1060\" src=\"https:\/\/hochwasser-grafschaft.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-02-14_52_51-2021-04-12-\u00dcbersichtsplan-Planung.pdf-Adobe-Acrobat-Reader-32-bit-1024x586.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1060\" srcset=\"https:\/\/hochwasser-grafschaft.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-02-14_52_51-2021-04-12-\u00dcbersichtsplan-Planung.pdf-Adobe-Acrobat-Reader-32-bit-1024x586.png 1024w, https:\/\/hochwasser-grafschaft.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-02-14_52_51-2021-04-12-\u00dcbersichtsplan-Planung.pdf-Adobe-Acrobat-Reader-32-bit-300x172.png 300w, https:\/\/hochwasser-grafschaft.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-02-14_52_51-2021-04-12-\u00dcbersichtsplan-Planung.pdf-Adobe-Acrobat-Reader-32-bit-768x440.png 768w, https:\/\/hochwasser-grafschaft.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2023-03-02-14_52_51-2021-04-12-\u00dcbersichtsplan-Planung.pdf-Adobe-Acrobat-Reader-32-bit.png 1722w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00dcbersichtsplan Auenrenaturierung Niedernierendorf bis &#8222;deutsches Eck&#8220; <\/figcaption><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Vorgesehen ist die R\u00fcckverlegung des Baulaufes in den Bereich\nder ehemaligen Bachaue. Das Querungsbauwerk der L80 mit dem Leimersdorfer Bach\noberhalb des Deutschen Eck wird erneuert. Hierbei wird die Durchg\u00e4ngigkeit der\nGew\u00e4ssersohle wiederhergestellt. <\/p>\n\n\n\n<p>Vom neuen Querungsbauwerk aus in Richtung Risch-M\u00fchle soll am\nvorhandenen Bachlauf die Ufereinfassung entfernt werden, sodass eine nat\u00fcrliche\nEntwicklung und Ausbreitung erm\u00f6glicht wird. Auf dem angrenzenden Gel\u00e4nde,\nwelches derzeit landwirtschaftlich genutzt wird, sollen die Aufsch\u00fcttungen\nentfernt werden und eine Gel\u00e4ndeprofilierung so erfolgen, dass ein\n\u00dcberschwemmen der Fl\u00e4chen bereits bei kleineren Hochwasserereignissen m\u00f6glich\nwird. In diesem Bereich k\u00f6nnen zus\u00e4tzliche Vertiefungen in der Profilierung angelegt\nwerden, sodass bei zur\u00fcckgehendem Hochwasser Stauwasserbereiche entstehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Bereich der Stra\u00dfe und des geplanten Radweges wird eine\nerg\u00e4nzende Dammsch\u00fcttung zur Aufnahme der Radwegefl\u00e4chen hergestellt. Die\nDammsch\u00fcttung soll mit dem aus dem Aushub der Aue gewonnenen Material\nausgef\u00fchrt werden. F\u00fcr die Herstellung der Dammsch\u00fcttung wird das Material mit\neiner qualifizierten Bodenverbesserung (Kalk-Zement-Stabilisation) aufbereitet.<\/p>\n\n\n\n<p>In enger Zusammenarbeit und zeitlicher Abstimmung zwischen den\nProjektbeteiligten soll der Stra\u00dfenbau, der Radwegebau und die Erneuerung des\nBr\u00fcckenbauwerkes &nbsp;&nbsp;L 80 \/ Deutsche Eck\n(Nierendorfbr\u00fccke) realisiert werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach Erteilung der Wasserrechtlichen Genehmigung am 05. Mai 2020\nkonnten im Februar 2021 die Rodungen durchgef\u00fchrt werden. Die F\u00f6rderungen im\nFachverfahren MIP-F\u00f6rderung (Zuwendung f\u00fcr wasserwirtschaftliche Ma\u00dfnahmen\nRheinland-Pfalz) sowie die zus\u00e4tzliche F\u00f6rderung durch die Stiftung Natur und\nUmwelt Rheinland-Pfalz wurden fristgerecht beantragt. Beide F\u00f6rderungen wurden\nbewilligt.<strong><br>\n<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bauzeit und Realisierung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Bauzeit f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Arbeiten (ohne\nStra\u00dfenbau) wird derzeit mit rd. 12 bis 15 Monate abgesch\u00e4tzt. Im Bereich der\nwasserbaulichen Arbeiten sind die Witterungseinfl\u00fcsse zu ber\u00fccksichtigen.\nDerzeit wird jedoch davon ausgegangen, dass aufgrund der Plangebietsgr\u00f6\u00dfe keine\nUnterbrechungen der Arbeiten zu bef\u00fcrchten sind. Durch die Flutkatastrophe im\nKreis Ahrweiler 2021, bei der durch das vorangegangene Starkregenereignis auch\n5 Ortschaften im Gemeindegebiet stark betroffen waren, sowie die nachfolgenden\nWiederaufbauma\u00dfnahmen, musste der Ausf\u00fchrungsbeginn auf Sommer 2023 geschoben\nwerden. Die Realisierung der Verlegung des Leimersdorfer Baches in den nat\u00fcrlichen\nBereich der ehemaligen Bachaue und Renaturierung der Bachaue zwischen\nGrafschaft-Nierendorf und der Stra\u00dfenkreuzung \u201eDeutsches Eck\u201c soll aber bis\nSommer 2024 erfolgt sein. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kosten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die geplante Wiederherstellung und Renaturierung der\nBachaue werden die Kosten derzeit mit Gesamtbaukosten in H\u00f6he von rd. 3,610\nMio. \u20ac gesch\u00e4tzt. Inhalt dieses Baukostenansatzes sind anteilige Kosten, welche\ndem Stra\u00dfen- und Radwegebau zuzurechnen sind in H\u00f6he von rd. 470 T. \u20ac.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Baukosten sind noch die Nebenkosten sowie die\nerforderlichen Ingenieurleistungen, Planungsleistungen und gutachterlichen\nLeistungen hinzuzurechnen, sodass derzeit von Projektkosten in H\u00f6he von rd. 4,1\nMio. \u20ac ausgegangen werden muss. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00f6rderung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00f6rderung Aktion Blau Plus 75 % (= rd. 3,1 Mio. \u20ac \/AHK 4,1\nMio.\u20ac)<\/p>\n\n\n\n<p>Bauphase 1 :F\u00f6rderungsbetrag von rd. 1,837 Mio.\u20ac<\/p>\n\n\n\n<p>Bauphase 2: F\u00f6rderungsbetrag von rd. 1.297 Mio.\u20ac<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00f6rderung Stiftung Natur und Umwelt: 86 T.\u20ac<\/p>\n\n\n\n<p>Gesamtf\u00f6rdersumme: 3.220 Mio \u20ac<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Baub\u00fcro<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zur besseren Koordinierung der gemeinsamen Bauma\u00dfnahme Auenrenaturierung und Ausbau der L80 von Niedernierendorf zum deutschen Eck wurde beschlossen, ein gemeinsames Baub\u00fcro einzurichten. Dieses wird von allen an der Bauphase hauptbeteiligten Akteuren genutzt werden. Das Baub\u00fcro soll ebenfalls als zentrale Anlaufstelle f\u00fcr B\u00fcrgeranfragen zur Bauma\u00dfnahme genutzt werden. Dies soll durch Jour-fixe-Termine (regelm\u00e4\u00dfige Baubesprechungen mit \u00d6ffentlichkeitsbeteiligung ) sowie B\u00fcrgerinformationsveranstaltung bzw. B\u00fcrgersprechstunden realisiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Einrichtung ist bereits erfolgt. Die Besetzung des Baub\u00fcros erfolgt zum Ausf\u00fchrungsbeginn. Weitere Informationen folgen&#8230; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist Gew\u00e4sserentwicklung? Die Gew\u00e4sserentwicklung ist eine fach\u00fcbergreifende wasserwirtschaftliche Querschnittsaufgabe. Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zum wasserrechtlich definierten Bewirtschaftungsziel des guten \u00f6kologischen Gew\u00e4sserzustands. Die naturnahe Gew\u00e4sserentwicklung leistet dabei einen Beitrag zur Vielfalt, Eigenart und Sch\u00f6nheit der Landschaft und damit auch zu deren Erholungsfunktion f\u00fcr den Menschen. 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